Website-Relaunch: Jetzt wird's glasklar (und barrierearm) 

Weniger ist mehr: Für die Austria Glas Recycling haben wir die Website zielgruppenspezifisch aufgebaut und im Sinne des European Accessibility Act barrierefrei gemacht, bevor es das Gesetz überhaupt verlangt hat.

Kunde: AGR –Austria Glas Recycling GmbH
Branche: Responsible Business
Leistung: Beratung + Konzeption, Workshop, Content Creation, Webdesign, SEO
Zeitraum: 2024

www.agr.at

Alle paar Jahre sollten Websites angepasst und modernisiert werden. Im Zuge dessen wollten wir die bestehenden Inhalte klarer strukturieren und noch mehr auf die verschiedenen Dialoggruppen ausrichten. Zeit für einen Refresh.

Der äußere Anstoß dazu kam von der EU: Mit dem European Accessibility Act hat sie schon 2019 den Grundstein für mehr digitale Barrierefreiheit gelegt. In Österreich wurde daraus das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG), das mit Juni 2025 in Kraft tritt. Durch das Gesetz sollen beispielsweise Websites von Unternehmen barrierefreier gestaltet werden. Für uns und die Austria Glas Recycling war klar: Diese Vorlaufzeit nutzen wir und relaunchen lieber rechtzeitig und richtig, statt kurz vor knapp.

Deshalb lag beim Relaunch der Fokus auf drei Dingen: Barrierefreiheit, inhaltliche Klarheit und ansprechendes Design.

Inhalte im Fokus

Gemeinsam mit unserem Kunden haben wir uns die gesamte Website und ihre Inhalte vorgenommen. Was müssen Menschen über die Austria Glas Recycling und Glasrecycling wirklich wissen? Was ist wichtig, was kann weg? 

Eine Herausforderung dabei war, die unterschiedlichen Inhalte ganz spezifisch auf zwei ausgewählte Dialoggruppen auszurichten: Erstens die Menschen in Österreich und zweitens die Abfallberater*innen als Multiplikator*innen. Für sie sollten Materialien und Hintergrundinformationen angeboten werden. Die Bevölkerung wiederum sollte direkt zugängliche und für den Alltag verständliche Informationen erhalten. Also haben wir Themenfelder danach geclustert und gleich die künftige Navigation auf der Website mitgedacht.

Diese Analyse – unser Upcycling – haben wir in enger Abstimmung mit der Austria Glas Recycling durchgeführt. Unser Kunde hat selbst entschieden, was bleibt und was raus muss. Am Anfang war das nicht ganz einfach, aber wir haben natürlich beratend unterstützt. Wichtig war dabei: Es gehen keine Inhalte verloren, sie werden nur verdichtet. Denn auch weniger Infos können korrekt und schnell zu finden sein. Nach kurzer Zeit ging es dann immer schneller: Das kann bleiben, das wird entsorgt und das wird wiederverwertet.

Es gehen keine Inhalte verloren, sie werden nur verdichtet. Denn auch weniger Infos können korrekt und schnell zu finden sein. Nach kurzer Zeit ging es dann immer schneller: Das kann bleiben, das wird entsorgt und das wird wiederverwertet.

Kürzer, klarer, verständlicher

Nachdem die Inhalte grob strukturiert waren, haben wir alle Texte gekürzt und so formuliert, dass die Kernbotschaft schnell und klar ankommt. Im Sinne der Barrierefreiheit sind die Texte jetzt außerdem in leicht verständlicher Sprache geschrieben.

Im nächsten Schritt hat unser Design-Team die Website überarbeitet. Mit starkem Fokus auf UX, damit die Navigation benutzer*innenfreundlicher und intuitiver wird. Das Ziel: weniger Klicks, mehr Orientierung. Unser Senior Developer Christoph hat die Website dann technisch umgesetzt.

Barrierefreiheit im Detail

Besonders wichtig war bei der Neuaufsetzung das Thema Barrierefreiheit. Unser Ziel: eine Website, die für viele Menschen zugänglich ist und alle relevanten Informationen bereitstellt. Denn Glasrecycling geht uns alle etwas an, also müssen die Infos auch für alle zugänglich sein. 

Wichtig dabei: Die Überprüfung von Farbkontrasten und Schriftgrößen sowie ein Test auf Farbfehlsichtigkeit (Farbenblindheit). Die Analyse von Layout und Navigation hinsichtlich responsiver Nutzung und verbesserter Tastatursteuerung. Sowie die Prüfung der HTML-Struktur, etwa durch hierarchische Überschriften und Alt-Texte für Bilder, sowie der ARIA-Attribute die zusätzliche Informationen für Screenreader liefern, etwa zur Rolle oder zum Zustand eines Elements (z.B. Buttons), die sonst nur visuell erkennbar sind.
Und obendrauf sollte die Website natürlich auch noch gut aussehen.

Das Ergebnis

Im August 2024 war die brandneue Website online: mit glasklaren Infos, zugeschnitten auf die jeweilige Dialoggruppe und einem modernen, weitgehend barrierefreien Design.

Besonders gelungen ist dabei der Downloadbereich. Alle verfügbaren Downloads sind nun auf einer Seite zusammengeführt und nach Kategorien und Dialoggruppe filterbar, z.B. für Abfallberater*innen, Pädagog*innen oder Medien.

Auch nach dem Launch haben wir weiter optimiert. Die Analysen zeigten nämlich, dass sich die Zugriffe zunehmend von Desktop Richtung Mobile verschieben. Also haben wir die Ladezeiten verbessert, auf Mobile First umgestellt und auch GEO-optimiert. So scheint die Website nicht nur in der Google-Suche auf, sondern wird auch von der KI gut gefunden. Zusätzlich haben wir überprüft, ob die Inhalte der bevorstehenden EmpCo-Richtlinie entsprechen. Gesetzeskonforme Website? Check!

Was haben wir gelernt?

Jedes Projekt hat etwas Besonderes. Bei diesem war es die Zusammenarbeit: herzlich, respektvoll und sehr produktiv. In den regelmäßigen Jour Fixes hatten unsere Consultant Kathrin und unsere Ansprechpartnerin bei der Austria Glas Recycling immer eine »Schlaue Liste« dabei. Darauf standen alle Punkte, die besprochen werden mussten. So war alles planbar, und bei komplexeren Themen konnten wir uns die nötige Zeit lassen.

In den gemeinsamen Meetings gab es außerdem immer einen intensiven Austausch: Jede*r brachte die eigenen Skills und Expertise mit an den Tisch. Wir durften tief in die wunderbare Welt des Glasrecyclings eintauchen. Ein Thema, das unserer Kundin wirklich am Herzen liegt und das sie mit Leidenschaft mit uns geteilt hat. Sie selbst hat im Gegenzug einiges über SEO, User Journey und relevanten Content gelernt. Und war dabei wirklich interessiert, die Zusammenhänge zu verstehen.

Denn wer versteht, kann eigenes Wissen in Bezug setzen und Neues einbringen. Beide Seiten haben dadurch voneinander gelernt: Zusammenarbeit auf Augenhöhe #wirmachendas.

Junge Frau mit Brille und zurückgebundenen Haaren sitzt lächelnd vor einem Fenster und stützt den Kopf auf ihre Hand.
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Kathrin Schmid
Consultant
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