Ein »Quick Exit« bei sexueller Gewalt

Der neue Webauftritt von sexuellegewalt.at soll Frauen und Mädchen in schwierigen Situationen schnell und übersichtlich Hilfe bieten. Und genauso schnell wieder vom Bildschirm verschwinden, wenn ihnen dabei jemand über die Schulter schaut.

 

Facts

Kunde: Bundesverband der Autonomen Frauenberatungsstellen Österreich (BAFÖ)

Branche: Responsible Business

Leistungen: Website + digitale Services, Konzeption, User Experience

sexuellegewalt.at

 

Schnell + sicher Hilfe finden

Wir leben Responsible Business. Darum interessieren uns Projekte, in denen es um sozialen Mehrwert für die Gesellschaft geht. Ganz besonders bei einem so wichtigen Thema wie sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Website des Bundesverbands der Autonomen Frauenberatungsstellen in Österreich (BAFÖ) sollte eine sichere Anlaufstelle für Frauen und Mädchen werden, die von sexueller Gewalt betroffen sind. Die wichtigsten Informationen müssen auf einen Blick auffindbar und eine bundesweite Suche nach der nächsten Beratungsstelle sollte schnell verfügbar sein. Und weil so eine Recherche nach Beratung in den meisten Fällen möglichst unbemerkt erfolgen sollte, war der Wunsch nach einem »Quick Exit« sehr stark. Wir verstehen das nicht nur, sondern #wirmachendas. Einen umfassenden Website-Relaunch nämlich.

#Gemeinsam gegen Sexismus

Sexuelle Gewalt ist kein Einzelschicksal, sondern ein gesellschaftliches Problem. Leider wird es immer noch tabuisiert, weshalb Frauen sich viel zu oft nicht trauen, nach Unterstützung zu fragen oder sich schämen, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Die Website sexuellegewalt.at ist ein österreichweites Versorgungsmodell und hilft dabei, dieses sensible Thema voranzutreiben, der Öffentlichkeit näher zu bringen und gegen Sexismus vorzugehen. Die Website richtet sich daher gezielt an sexuell belästigte Mädchen und Frauen, die Unterstützung suchen. Der digitale Raum ist oft eine erste Anlaufstelle. Hier werden häufige Fragen beantwortet und die nächste Beratungsstelle für ein persönliches Gespräch gesucht. Auch für Bezugspersonen und Angehörige stehen umfassende Informationen zur Verfügung, wie sie ihre Tochter/Schwester/Freundin bestmöglich unterstützen können.

Auf der sicheren Seite

Während des Projekts stand für uns besonders die User Experience aus dem Blickwinkel einer Betroffenen im Fokus. Was kann ich tun, wenn ich sexuelle Gewalt erlebt habe? Wo kann ich mir die Hilfe holen, die ich brauche? Wie kann ich eine Angehörige nach einem traumatischen Ereignis unterstützen? Bei der Informationsarchitektur spielten daher zwei Dinge eine wichtige Rolle: so schnell und einfach wie möglich die nächste Beratungsstelle finden, und dabei immer ein Gefühl von Sicherheit haben. Unsere Lösung war #einfach. Ein »sticky« Button »nächste Beratungsstelle finden« rechts oben, sowie ein auf jeder Unterseite mit-scrollender »Quick Exit«-Button, der mit einem Klick auf die Google-Startseite führt, sollte sich die Besucherin plötzlich unwohl oder beobachtet fühlen.

»Unser Ziel war es, eine Website zu sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu schaffen, die inhaltlich umfassend und informativ, übersichtlich und bedienungsfreundlich ist. Mit dem Team von VERDINO ist das gelungen und wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis

Maja Sticker, Projektkoordination bei Frauen*Beratung Notruf bei sexueller Gewalt

Was haben wir gelernt?

Eine userfreundliche Herangehensweise für ein so emotionales und hochsensibles Thema zu schaffen, war nicht immer einfach.  Durch teaminterne Abstimmungen und Meetings #gemeinsam mit dem Kunden haben wir von der Konzeption bis zur technischen Umsetzung immer in diese Frauen und Mädchen hineinversetzt und überlegt, welche Bedürfnisse sie in dieser heiklen Lage haben und welche Informationspunkte dabei essenziell sind.

Auch das Design war ein Knackpunkt. Denn uns war wichtig, die Website modern und auffällig zu gestalten, dabei aber natürlich die Corporate-Design-Richtlinien des Verbands einzuhalten und gleichzeitig bei so einem ernsten Thema nicht ein zu »verspieltes« Design einzusetzen. Und: Eine Feedbackschleife mehr mit dem Kunden kann dabei helfen, einen punktgenauen, zielgruppenorientieren Ansatz herauszuarbeiten.

Was hat am meisten Spaß gemacht?

Spaß ist bei diesem Thema definitiv das falsche Wort. Aber es war ein gutes Gefühl, an einer so wichtigen Sache mitzuwirken. Und zwar mit sehr viel Herz, noch mehr Hirn und der richtigen Menge an Fingerspitzengefühl.

Bild von Laura Farrensteiner

Kontakt für mehr Infos:

Laura Farrensteiner

Project Management; Social Media; Content-Creation

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